Auswahlsystematik Montagesysteme

Der Montagesystem-Check ermittelt aus der Vielzahl der Montagesysteme schnell und mit wenig Planungsaufwand das für ein Produkt beste System bzw. reduziert die Vielzahl der Systeme auf eine kleine Auswahl der besten zwei oder drei Systeme.

 

Die Auswahl erfolgt in folgenden zwei Stufen:

  1. Quick-Eignungstest und Potential-Check
  2. Quick- Wirtschaftlichkeitsrechnung und Nutzwertanalyse

1. Eignungstest und Potential-Check#

In der ersten Stufe erfolgen ein Quick-Eignungstest mit Überprüfung von Kriterien zur prinzipiellen Eignung und ein Quick-Potential-Check mit der Ermittlung der positiven sowie auch der negativen Potentiale.

Eignungstest#

Im ersten Schritt der Stufe 1, dem Quick-Eignungstest, erfolgt eine Abfrage von acht Kriterien zur prinzipiellen Eignung. So wird z.B. abgefragt, ob die hybriden Stationen eine geringe Verfügbarkeit aufweisen. Werden die Abfragen mit „ja“ beantwortet, werden die Systeme angezeigt, die für die aktuelle Montageaufgabe nicht geeignet sind und sehr wahrscheinlich verworfen werden müssen.

Potential-Check#

Im zweiten Schritt in Stufe 1 werden anhand von 30 ja/nein-Abfragen die positiven sowie auch die negativen Potentiale der Systeme für den aktuellen Planungsfall abgefragt und zu einem Gesamtpotential aufsummiert. So wird z.B. abgefragt, ob die Montagezeiten sehr kurz sind, denn bei kurzen Montagezeiten fallen bei Systemen mit vielen Arbeitsstationen die nicht wertschöpfenden Transporttätigkeiten beim Stationswechsel ins Gewicht. 

Am Ende der Stufe 1 erfolgt eine Vorauswahl der Systeme auf Basis der überprüften Eignungskriterien und auf Basis der Potentiale. Damit wird der Aufwand zur Datenerfassung in Stufe 2 gering gehalten.

2. Wirtschaftlichkeitsrechnung und Nutzwertanalyse#

In der zweiten Stufe des Montage-System-Checks erfolgt eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für die monetär bewertbaren Kriterien und eine klassische Nutzwertanalyse für die nicht monetär bewertbaren Kriterien.

Wirtschaftlichkeitsrechnung#

Die verschiedenen Montagesysteme unterscheiden sich im Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit vor allem in ihrem Investitionsbedarf und der erforderlichen Mitarbeiterkapazität (bei gleichen Stückzahlen je System). 

Mit entscheidend ist ebenfalls die prognostizierte Verkaufs- bzw. Produktionsmenge für die Auswahl des Systems bzw. dessen wirtschaftlichen Einsatz. Die verschiedenen Montagesysteme weisen einen unterschiedlichen Arbeitsablauf und damit auch einen unterschiedlichen personellen Zeitbedarf aus, der – um den Schwierigkeitsgrad nochmals zu erhöhen – zusätzlich noch vom Produkt abhängig ist. 

Die Grundfunktionsweisen bzw. Arbeitsabläufe der Mitarbeiter in den verschiedenen Montagesystemen sind im Tool „Montagesystem-Check“ bereits implementiert, so dass nur die produktspezifischen Daten einfach und schnell eingegeben werden und sich die Montagzeiten der Systeme somit sehr schnell und aufwandsarm für die aktuelle Montageaufgabe berechnen lassen. 

Um einen geringen Aufwand bei der Dateneingabe zu erhalten, wurde auf eine hohe Genauigkeit bei der Datenermittlung zu Gunsten von einer geringen Anzahl an erforderlichen Daten verzichtet unter Verwendung von „best-case“-Annahmen und Mittelwerten.


Nutzwertanalyse

Über die monetär messbaren Kriterien hinaus gibt es jedoch je nach Produktionsaufgabe weitere Auswahlkriterien, die sich nicht direkt in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einrechnen lassen. Diese werden in einer klassischen Nutzwertanalyse berücksichtigt.

Montagesysteme Übersicht#

In der Modellfabrik am Fraunhofer IAO demonstrieren wir die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von verschiedenen Montagesystemen für kleinvolumige Produkte.